Mit Verabschiedung des neuen HSG sind die Hochschulen des Landes Nordrhein - Westfalen dazu verpflichtet, aktiv die Qualität ihrer Leistungen zu evaluieren und damit ein Grundlage für einzuleitende Studienreformmaßnahmen zu schaffen. Insbesondere zielt das Gesetz auf die Bewertung von Lehrveranstaltungen und Studiengängen durch die Studierenden. Die ersten Erfahrungen im Evaluationsprozess basieren auf der Nutzung von DV- und printgestützten Fragebögen. Befragt wurden Studenten unterschiedlicher Studiumslagen, Absolventen unterschiedlicher Lebens- bzw. Berufslagen, Fachbereiche, Lehrende und die Hochschulverwaltung. Dabei wird der studentischen Veranstaltungsbewertung besonderes Gewicht beigemessen. Hier soll vor allem der Kommunikationsprozess zwischen bewertenden und bewerteten Akteuren über die erhobenen Daten und Ergebnisse im Vordergrund stehen. Wesentliche Voraussetzungen dafür sind der Bewertungszeitpunkt, eine rechtzeitige Bewertung der Veranstaltungen zu Mitte eines Semesters, um ggf. noch Korrekturen vornehmen zu können und die schnelle Verfügbarkeit und Präsentierbarkeit der Ergebnisse, die Bindung der Befragung an die zu bewertende Veranstaltung, sowie die Offenheit der Beteiligten sich diesem Prozess ehrlich zu stellen. Allerdings zeigen die ersten Erfahrungen gerade in diesem Zusammenhang Problemfelder der Evaluation auf, die allgemeiner Natur zu sein scheinen und von anderen Evaluations-administratoren des Landes bestätigt werden. In erster Linie können folgende Problemfelder eruiert werden: - Geringe Rücklaufquote und mangelnde Motivation zur freiwilligen Bewertung auf Seiten der Studierenden (z.B. bei Internetbefragungen) - Zu lange Auswertungsdauer, dadurch keine sinnvolle direkte Rückmeldung an und durch die Befragungsgruppe - Hoher Ressourcenverbrauch (Printfragebögen) - Hoher organisatorischer Aufwand (z.B. Nutzung vorhandener PC – Pools) - Erstellung von ‘Ad hoc – Befragungen’ Das Projekt ‘Einführung tedsystemgestützter Evaluationsformen’ fokussiert diese Evaluations-probleme zunächst für Lehrveranstaltungsbewertungen. Es soll zukünftig aber auch bei anderen Befragungsgruppen, da auch in diesen analoge Schwierigkeiten auszumachen sind, eingesetzt werden. Ziel des Projektes ist es den Lehrenden und Studierenden ein Evaluationsinstrument an die Hand zu geben, welches 1) einfach und direkt in Veranstaltungen zu nutzen ist, um die Rücklaufquote zu erhöhen, 2) neben standardisierten Fragen die Möglichkeit bietet, Fragen individuell auf die zu bewertende Veranstaltung zuzuschneiden, 3) die erhobenen Daten schnell und visuell aufbereitet verfügbar macht und dadurch eine schnelle Rückmeldung und Diskussion und eine rechtzeitige Veränderung ermöglicht, 4) ressourcen- und kapazitätsschonend angewendet werden kann, 5) den didaktischen Diskurs belebt. Die Ergebnisse des Projektes sollen im weiteren Verlauf in eine standardisierte Evaluationsform münden, zukünftige Erhebungen vereinfachen und die noch zu evaluierenden Fachbereiche und Einrichtungen kapazitativ entlasten und die Hemmschwellen gegenüber der Evaluation der Qualität der Lehre abbauen.
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