Die Ausschreibung des MEDIDA-PRIX 2007 als Mediendidaktischer Hochschulpreis erfolgte in den zwei Einreichungskategorien
- Digitale Medien in der Hochschullehre
- Hochschulentwicklung mit Digitalen Medien
Insgesamt wurden 115 Projekte eingereicht, wovon 10 Projekte in das Finale kamen. Aus der Vielfalt sehr guter Projekte des Finales mussten aus den beiden schwer vergleichbaren Kategorien die Sieger herausgefunden werden. Im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen traditionellerweise der Preis geteilt wurde, hat sich die Jury diesmal – nach langen Diskussionen – für einen Preisträger entschieden. Diese Entscheidung ist der Jury nicht leicht gefallen.
Das mit dem MEDIDA-PRIX 2007 ausgezeichnete Projekt „megadigitale“ ist das zentrale Organisationsentwicklungsprojekt der Universität Frankfurt, mit dem die eLearning-Strategie „studiumdigitale“ der Universität innerhalb von drei Jahren umgesetzt werden soll. Es zeigt eine eindrucksvolle Hochschulentwicklung bei der, ausgehend von einer zentralen Entscheidung der Universitätsleitung, eine aktive Teilnahme aller 16 Fachbereiche erreicht werden konnte.
Ausgehend von der Analyse der dislozierten Lage der Universität und ihrer Bedingungen wurden Maßnahmen und Strategien entwickelt. Die interdisziplinären Potentiale der Universität und die Kontexte der Fachbereiche wurden bei der Entwicklung der e-Learning Konzepte berücksichtigt.
Dies wurde ermöglicht durch die frühe Einbindung bereits vorhandener Akteure und Akteurinnen im e-Learning, denen Unterstützung zuteil wurde, so dass fachbereichsweite Konzepte zum e-Learning erstellt werden konnten. Die früh beteiligten Fachbereiche haben dann ihre Expertise an die anderen Fachbereiche weitergegeben, von denen ein ebensolches Konzept von der Universitätsleitung eingefordert wurde. Dies ist gelungen durch eine intensive Kommunikations- und Integrationskultur und ein geschicktes Anreizsystem. Früh wurden auch Studierende für Serviceleistungen zentral ausgebildet, die als Katalysatoren der Medienkompetenz eingesetzt wurden.
Das Lehren und Lernen mit neuen Medien wird einerseits durch ein fach- und situationsbezogenes Blended Learning und eine entsprechende technische Infrastruktur sowie die Bereitschaft, neue Lehr- und Lernformen zu erproben, unterstützt, andererseits durch eine hochschulweite e-Learning Community getragen.
Das Projekt „megadigitale“ bedient sich zahlreicher Maßnahmen und Konzepte, die in ihrer Kombination als vorbildhaft gelten können. Exemplarisch sei hier auf einige verwiesen:
- Das Stufenkonzept sieht vor, dass alle Fachbereiche ihre eigenen, fachspezifischen eLearning-Konzepte entwickeln müssen, um die ihrem Fach eigenen Mediennutzungspotenziale zu realisieren. Eine degressive Projektförderung soll hierbei unterstützen sowie eine „peer to peer“-Beratung unter den Fachbereichen.
- Die so genannte Experimentierstube steht für technische und didaktische Innovationsförderung, in dem Raum geboten wird, Neues zu erproben.
- Die „student consultants“ stehen für Dienstleistungen zur Verfügung und unterstützen Lehrende bei Bedarf bei der Umsetzung ihrer Vorhaben in den Fachbereichen.
- Durch hochschul- und mediendidaktische Qualifizierung und Beratung werden eKompetenzen verstärkt.
- Es finden kontinuierlich externe und interne Qualitätssicherungsmaßnahmen in Form von Evaluationen auf allen Ebenen statt.
- Das Beratungsgremium „collegium digitale“ verbindet die Leitung der Universität mit Vertretern und Vertreterinnen der Fachbereiche und der zentralen Einrichtungen.
Insgesamt zeigt das Projekt zum aktuellen Zeitpunkt eindrucksvoll einen Weg auf, wie eine Universität digitale Medien hochschulweit implementieren kann.
Die Jury begrüßt die Initiative des Projekts, das Preisgeld des MEDIDA-PRIX 2007 zur Unterstützung studentischer Beteiligungen am Prozess und seinen Produkten einzusetzen, da dieses hohe kreative Potential so noch besser zur Geltung gebracht werden kann.
Wir freuen uns, im nächsten Jahr von den Fortschritten des Projekts und von den aktiven Bemühungen um die Weitergabe der Erfahrungen an die „Community“ zu hören.
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