Das Projekt (Teilprojekt 6 des Verbunds Virtualisierung im Bildungsbereich) entwickelt Modelle für den Einsatz netzgestützter Computeranwendungen im Rahmen des Deutschstudiums. Die Autorinnen und Autoren des Projekts erstellen Module zur Gestaltung medial unterstützter Lehr- und Lernangebote und seminarbegleitende Web-Arbeitsbereiche speziell für die Grundstudiumsphase. Die Module werden, je nach Konzeption, primär im Rahmen eigens auf sie abgestimmter Lehrveranstaltungen verwendet resp. in diesen selbst entwickelt; sie können natürlich von Deutschstudierenden auch selbständig genutzt werden. Zentrales Forschungsziel des Vorhabens ist die systematische Erprobung und insbesondere die didaktische Bewertung unterschiedlicher Nutzungsmodelle im Verhältnis zu den jeweils behandelten Themenbereichen einerseits und zur Konzeption und Gestaltung der eingesetzten Online-'Anwendung' andererseits. Bei der Auswahl der bearbeiteten und in entsprechende Modelle umgesetzten Themen und fachlichen Methoden liegt der Schwerpunkt des Projekts auf dem Basiswissen des Fachs. Dies wird nicht nur als ein Set von Grundkenntnissen und –fertigkeiten verstanden, das allen Studierenden im Grundstudium vermittelt werden sollte, sondern auch als basales didaktisches und methodisches Wissen. Dies bedeutet auch, Arbeitsweisen des Faches unter mediendidaktischer Perspektive kennen zu lernen. An der Zusammenstellung des Materials und der Entwicklung von Modulen sind bisher die Fachgebiete Sprachwissenschaft, Sprachdidaktik, Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik und Medientheorie und Mediendidaktik beteiligt. Die praktische Funktion des Projekt-Vorhabens besteht dabei in der Bereitstellung von Ressourcen und Arbeitsmaterial: Anhand ausgewählter – für Deutschstudierende verbindlicher – Themengebiete wird versucht, ein virtuelles Lehr- und Lernangebot aus Arbeitsmodulen und Seminarmodellen zu erstellen, das in verschiedenen Einführungsveranstaltungen eingesetzt oder bei Bedarf auch im Selbststudium, etwa zu Wiederholungszwecken, genutzt werden kann. Für die Lehrveranstaltungen erhoffen wir uns vom Einsatz der von den Autor/innen bzw. Veranstalter/innen entwickelten Lehr-/Lernmodule in der Praxis nicht nur eine Entlastung hinsichtlich des detail- bzw. wissensorientierten Anteils der Stoffvermittlung – zu Gunsten der Erarbeitung bzw. Darstellung des Wissenskontexts –, sondern auch eine kontinuierlichere Zusammenarbeit unter den Studenten über die Kommunikationsangebote der Module. Für die Studierenden eröffnen sich nach den Erwartungen und ersten Erfahrungen des Projekts dabei Ansätze und Perspektiven einer deutlicheren "Individualisierung" der Lernprozesse, insofern über das Onlineangebot Räume für eine stärkere Eigenbeteiligung und ein nach Zeit- und Arbeitsrhythmus selbst organisiertes Arbeiten entstehen. Eine Bedingung dafür wie auch ein implizites Ziel des Vorhabens ist es, dass auf Seiten der Studierenden wie auch der Lehrenden die Fertigkeiten zur Nutzung und Aneignung des Angebots entwickelt und damit zu einem selbstverständlichen Umgang mit dem Medium "PC" ausgebaut werden können. Die selbst entwickelten und ausgebauten Web-Arbeitsbereiche dienen der Ausbildung eines aktiven Nutzungswissens, der Kompetenz im Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien speziell im Bildungsbereich Wie auch bei der Integration Technologie- und Medien-spezifischer Möglichkeiten in die modularen Arbeitseinheiten ('interaktive' Übungen, Recherchen oder Datenbankabfragen im Internet etc.), geht es hier darum, das von den IKT beschriebene Feld als nicht nur eines neben der, sondern mit vielfältigen Schnittstellen zur 'traditionellen' Schriftkultur zu erschließen und nutzbar zu machen. Sprache, Schrift, Text, Literatur als die genuinen Gegenstände des Fachs Deutsch werden von dem neuen Medium nicht ersetzt, wohl aber die Kommunikationsformen und -strukturen verändert, der Textbegriff im "Hypertext" erweitert, das Schreiben beschleunigt, in Form und Funktion modifiziert, die Träger der Sprach- und Schriftkultur, die Menschen, von all' dem geprägt, kurz: Sprache und Literatur so beeinflusst, dass diese Beeinflussung zukünftig mitgemacht werden muss in Lehrerausbildung und Schule.
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