| Innerhalb der Medizin ist die Dermatologie ein ideal geeignetes Spezialgebiet, um multimediale Lernkonzepte zu entwickeln, weil die Haut als Organ leicht zugänglich ist und visuelle Aspekte im Fachgebiet eine herausragende Rolle spielen. Die Dermatologie ist für alle Mediziner in Ausbildung ein Pflichtfach und für alle postgraduierten Mediziner von Bedeutung, da ausnahmslos jeder medizinische Fachbereich von dieser vielseitigen Disziplin, zu der auch die Bereiche Allergologie, Venerologie, Andrologie und Phlebologie zählen, tangiert wird. Die praktische Bedeutung des Faches für die Auszubildenden ergibt sich aus der Tatsache, dass nach statistischen Erhebungen 20-25% der Probleme in einer Allgemeinpraxis einen direkten oder indirekten dermatoogischen Bezug haben.
DOIT wird exemplarisch vorgestellt, ist jedoch als Modellbeispiel für eLearning-Programme weiterer Fachbereiche zu verstehen. Seit 2006 ist SWISDOM, die DOIT zugrundeliegende Technologie, an der Universität Zürich als eigenständige eLearning-Plattform für medizinische Fächer, neben der breit angelegten eLearning-Plattform OLAT, anerkannt. Partner aus weiteren medizinischen Fachbereichen (Institute für Augenheilkunde, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Veterinärpathologie der Universtiät Zürich) haben bereits mit dem Aufbau eigener e-Learning Programme auf SWISDOM nach dem Vorbild von DOIT begonnen. Dabei werden die Entwicklungen der jeweiligen Institute von gegenseitigem inhaltlichen und finanziellem Nutzen sein.
DOIT ist unseres Wissens die weltweit umfangreichste und vollständigste internetbasierte Lernplattform zur dermatologischen Ausbildung sowohl von Medizinstudierenden als auch zur Weiterbildung von Ärzten, die sich sich grob in folgende Module gliedert:
- Die Cyberlecture: Eine Online- Begleitung der Magistralvorlesung, die den Studierenden als Referenzwerk bei der Bearbeitung der klinischen Fallbeispiele im Cybertrainermodul dienen soll. Inhalt und Aufbau richten sich nach dem neuen schweizerischen Lernzielkatalog (SLO). Die Lecture bietet prägnante Texte, zahlreiche klinische und mikroskopische Abbildungen, Lehrvideos, Effloreszenzenlehre (s.u.) und Verknüpfungen zum Cybertrainer.
- Der Cybertrainer: Eine interaktive Trainingseinheit mit Übungen zu Anamnese, Untersuchung, Diagnostik und Therapie sowie einem Effloreszenzentrainer (s.u.) und zahlreichen Multiple-Choice (MC) Fragen. Die vorgestellten Fallbeispiele und andere Inhalte werden regelmäßig aufdatiert, ergänzt und erweitert.
- Das Cyberforum: Eine Online-Diskussionsplattform mit anderen Lernenden und Tutoren.
Die Effloreszenzenlehre und der Effloreszenzentrainer bieten die Möglichkeit, zusätzlich zu konkreten dermatologischen Erkrankungen, die jeder dermatologischen Diagnose vorausgehende und daher essentielle, grundsätzliche Beschreibung und Einordnung von Hautveränderungen an einer Vielzahl praktischer Beispiele zu erlernen.
Ein auf Multiple-Choice- Fragen basierendes, graphisch ansprechendes, und hochgradig interaktives Kliniksimulations-Lernspiel, das besonders vor Prüfungen zur Testung des Wissens angewendet werden kann, soll noch in 2006 in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Gestaltung fertiggestellt sein. Insgesamt stellt es ein auflockerndes Element in der sonst bewusst sachlich nüchtern gehaltenen Lernumgebung dar und kann auch zur Gruppenarbeit benutzt werden.
Die kombinierte, individuell nach den persönlichen Wünschen flexibel gestaltbare, auf Wunsch tutorgestützte, interaktive Arbeit mit diesen vier Modulen dient den Studierenden beim problemorientierten Lernen. Der Mehrwert für die Studierenden gegenüber einem Lehrbuch besteht insbesondere in der Vernetzung von Kranheitsbildern mit virtuellen Patientenfällen, umfangreichen Online- Bilddatenbanken (z.B. „DOIA“) und Testfragen. Zudem schätzen die Studierenden die unmittelbar auf ihre Eingaben erhaltenen Rückmeldungen. Der Einbau in die klassischen Vorlesungsveranstaltungen (Frontalvorlesung, Kurse etc.) im Sinne des integrierten „blended learning“ ist realisiert.
Einen zusätzlichen Vorteil für die Studierenden ist die konsequente Ausrichtung der DOIT-Lerninhalte am Schweizer Lernzielkatalog (Swiss Catalogue of Learning Objectives, SLO), welche Verbindlichkeit schafft, die Lehre zwischen den Schweizer Universitäten harmonisiert und DOIT, insbesondere in Kombination mit der umfangreichen MC- Fragensammlung, für Studierende hochgradig prüfungsrelevant macht.
Dank eines einfach zu bedienenden Authoring-Tools können neue, auch national oder ethnisch spezifische (z.B. Dermatosen auf dunkler Haut, Tropendermatoen), Lerninhalte von Fachpersonen verschiedener Partneruniversitäten ohne spezifische Computerkenntnisse hinzugefügt werden.
Durch eine feste Integration ins Curriculum wird die Nachhaltigkeit von DOIT sichergestellt. Studierende der Universität Zürich werden beispielsweise seit dem Wintersemester 2003/04 mit DOIT unterrichtet. Mit der Gründung der Plattform SWISDOM und der Einbindung weiterer Fachgebiete ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Nachhaltigkeit bewältigt worden. Die Gewinnung zahlreicher internationaler User-Universitäten, gemeinsam mit einer deutlichen Erweiterung der Mehrsprachigkeit, dient dem gleichen Ziel. Nach seiner Emeritierung (ab 1. März 2006) engagiert sich der Hauptantragsteller (GB) in Absprache mit den universitären Stellen vollzeitlich und unentgeltlich für den weiteren Ausbau, die Verbreitung, Konsolidierung und Sicherung der Nachhaltigkeit (Aquisition von Finanzmitteln) des Projektes.
Die Universitätsleitung Zürich unterstützt diese Bemühungen ausdrücklich (Sitzung der Universitätsleitung vom 2. März 2006). Ein Businessplan wird derzeit erarbeitet.DOIT ist auf Englisch, Deutsch, Französisch, Portugiesisch und bereits teilweise auf Spanisch verfügbar. Weitere Übersetzungen (Italienisch, Chinesisch, Japanisch) sind in Arbeit.DOIT erfreut sich hoher Benutzerraten (220 Besuche/Tag, 7000 Besuche/ Monat, Stand: März 2006) und hoher Beliebtheit bei den Usern.
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