Die Universität Paderborn muss sich als Hochschule der Informationsgesellschaft vielfältigen Anforderungen von außen und von innen stellen. Dem wachsenden Wettbewerb und der Einbettung in einen durchgängigen europäischen Bildungsraum (Bologna) sie sich schon früh gestellt, bspw. durch die Umstellung von Studiengängen (BA/MA) und ihre Internationalisierung. In Bezug auf innere Faktoren gilt es die Qualität von Forschung und Lehre weiter zu erhöhen bei gleichzeitig besserer Ausnutzung der dafür erforderlichen Ressourcen. Beides ist ohne ein durchgängiges Kon-zept für den Einsatz von IT nicht möglich, wobei es aber vor allem darauf ankommt, sie in den sozialen Kontext von Studium, Lehre und Verwaltung einzubetten. Dazu wurde der Ansatz der ko-aktiven Wissensorganisation gewählt. Ko-aktiv bedeutet dabei, dass im Vordergrund der Betrach-tung die Integration kooperativer, kommunikativer, koordinierender, kollaborativer etc. Aktivitäten der Hochschulmitglieder in Lehre, Forschung und Verwaltung steht. Diese Einbettung erfordert, eLearning in einen größeren Kontext zu setzen, d.h. hinsichtlich der technisch-medialen Unterstüt-zung betrachten wir Lernen ebenso wie Lehren und Forschen als Formen der Wissensarbeit. Für diese Wissensarbeit werden virtuelle Wissensräume bereitgestellt, die es gestatten eine Vielzahl unterschiedlicher Lernszenarien flexibel umzusetzen, die vom klassischen Lernmanagement über innovative Verfahren zur Diskursstrukturierung, der kooperativen Wissensvisualisierung und der Integration experimenteller Laborarbeit in die tägliche Lehr-/Lernpraxis bis hin zur selbst organi-sierten Einrichtung virtueller Lerngruppen und der Einbettung klassischer Wissensbestände bspw. in Form virtueller Semesterapparate reichen. Dabei kommen alle Formen heutiger Web-2.0-Techniken zum Einsatz, allerdings nicht als isolierte Einzelserver oder ergänzende Anwendungen, sondern als jeweils unterschiedliche Ausprägungen eines Wissensraums (siehe zentrale Lehr-/Lernplattform KoaLA: Ko-aktives Lernen und Arbeiten). Dieser Ansatz der ko-aktiven Wissensorganisation wird eingebettet in ein integriertes zentrales Verwaltungs- und Prüfungsmanagement-system und begleitet durch den Aufbau so genannter „Service Units“, die nach dem Motto „one face to the customer“ für die Bereiche „Technik“, „Organisationsentwicklung“ und „Kompetenzent-wicklung“ nicht nur Hilfestellung geben, sondern durch detaillierte Erhebungen und begleitende Evaluationen die Anforderungen und Bedarfe für die zukünftige Entwicklung fortschreiben und in diesem Sinne gewissermaßen ein kontinuierliches „Change Management“ verkörpern. Virtuelle Wis-sensräume sollen zukünftig auch dazu dienen, Alumni mit speziellen Diensten versehen zu können, die Kooperation mit Firmen und Einrichtungen der Region netzgestützt auszubauen und frühzeitig Schülern und Schülerinnen im Rahmen eines Schnupperstudiums Arbeitsmöglichkeiten zu verschaf-fen.
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