Das fünfstufige Verhandlungsspiel “Surfing Global Change” (SGC) trainiert die Kompetenz zur
Erzielung fachlich fundierter nachhaltiger Konsenslösungen. Entlang einer Reihe von
webgestützten Spielprozessen in fünf Levels (Abbildung 1) steigt die Komplexität der
Kommunikationsformen unter den Studierenden an sowie der Anteil der kooperativen, sozialen
skills gegenüber den individuellen, fachlichen skills:
- Level 1: Wissen erwerben, prägnante Begriffe prägen und Web-Quiz absolvieren
- Level 2: einen fundierten Fachstandpunkt begründen und andere kommentieren
- Level 3: eine kontroverse Diskussion im Team gewinnen unter den Augen von Beobachtern
- Level 4: Konsens erreichen mit denselben Diskussionspartnern
- Level 5: die behandelte Fallstudie im Kontext globaler Langzeittrends einordnen.
Didaktische Motivation von Surfing Global Change ist es, die transdisziplinäre Handlungskompetenz
der SpielteilnehmerInnen zu erhöhen, um nachhaltige (also lang anhaltende und umweltgerechte)
Lösungen aufzufinden angesichts widerstreitender Interessensmuster gesellschaftlicher Akteure.
Technische, wirtschaftliche, soziale und andere Auswirkungen von großen Projekten oder Themenstellungen
werden abgeschätzt und an zuvor akkordierten Wertvorstellungen gemessen, ganz im
Sinne einer zivilgesellschaftlichen Verhandlungsethik.
Die Studierenden wählen und gestalten selbst ein Fallbeispiel, die Effekte des Erwerbs an Fach- und
Handlungswissen weisen jedoch deutlich über diesen Einzelfall hinaus.
Die Rolle des Bewertenden geht großteils vom Lehrenden auf die Studierenden über. Diese
definieren selbst Fallbeispiele, Teams, Standpunkte und Strategien. Grundlage von Surfing Global
Change“ ist Diskursethik und Konstruktivismus (Literatur: Outstanding Paper Award in CWIS).
Somit wandeln sich Hochschulen strukturell zu „Trainingscamps“ für zivilgesellschaftliche Diskurse.
Die zeitliche Rhythmisierung der Lern-Teilschritte bewirkt wiederholte Reflexion von Zwischenresultaten
und erleichtert gemeinsam mit oftmaligem Rollen- und Perspektivenwechsel eine
Qualitätssicherung der Hochschullehre.
Für die Herstellung dieses teilvirtuellen Lernrahmens werden die Haupt-Funktionalitäten einer
marktüblichen Lernplattform in neu interpretierten Nutzungsformen herangezogen, welche im Stil
von ‚blended learning’ den persönlichen Kontakt im Hörsaal ergänzen :
- Content wird als interdisziplinäre Fachgrundlage zur Verfügung gestellt
- Diskussionsforen erlauben Review-Vorgänge und gegenseitige begründete Bewertung
- Quizzes stellen Prüfungen dar, anonyme Umfragen erlauben Abstimmungsvorgänge.
Mehrjähriger praktischer Einsatz erfolgte in mehreren Curricula an unterschiedlichen Typen von
Hochschulen.
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