Digitale Medien in der Hochschullehre

Kriterien und Operationalisierung

Das erste der folgenden Kriterien (Ausschlusskriterium) ist obligatorisch und wird vor allen weiteren Schritten angewendet. Die Teile 1, 2 und 3 behandeln innovationsorientierte, produktorientierte bzw. prozessorientierte Eigenschaften. Mit "produktorientiert" sind jene Eigenschaften gemeint, die das Produkt selbst betreffen, während die "prozessorientierten" Eigenschaften die Einbettung des Produktes in den hochschuldidaktischen Kontext beschreiben. Sie finden bei allen Kriterien mehrere Ausprägungen bzw. Fragen, die bei der Begutachtung der Einreichungen leitend sein werden.

Ausschlusskriterium: Korrektheit

Fachliche Richtigkeit: Es liegen keine inhaltlichen oder fachlichen Fehler vor.
Aktualität: Die Inhalte entsprechen dem aktuellen Erkenntnisstand der jeweiligen Wissenschaft.
Umfang: Im jeweiligen Spezialgebiet werden die relevanten inhaltlichen Bereiche abgedeckt.

Teil 1: Innovationsorientierte Kriterien
Teil 2: Produktorientierte Kriterien
Teil 3: Prozessorientierte Kriterien

Teil 3: Prozessorientierte Kriterien

Kriterium 5: Integration

  • Curriculare Integration: Ist die Integration in das fachliche Curriculum konkret erfolgt bzw. ist dies ausdrücklich geplant? (Nachweise: z. B. Schreiben des Institutsvorstandes, Studienplan, ...)
  • Breite der Studiengänge: In wie viele und welche Studiengänge ist das Produkt integriert?
  • Studienplan: Wie erfolgt die Integration in den Studienplan (Fächer, Bezug zu den Zielen gemäß Kriterium 4, Bezug zu den Bereichen der Bologna-Reform)?
  • ECTS-Kompatibilität: Ist eine ECTS-Bepunktung ausgewiesen und in welchen Studiengängen?
  • Prüfungsrelevanz: Welcher Bezug besteht zu den Prüfungselementen? D.h. wie wird der Inhalt des Produkts in akademischen Prüfungen berücksichtigt?

Kriterium 6: Methodische und didaktische Übertragbarkeit

Übertragbarkeit in der Hochschullehre bedeutet, dass ein Projekt bzw. dessen Ergebnisse auch in anderen Studienfächern, Fachrichtungen, Hochschulen eingesetzt wird/werden kann.

  • Einsatz an anderen Hochschulen: Wird das Projekt auch an anderen Bildungseinrichtungen im Hochschulwesen eingesetzt oder ist dort möglicherweise einsetzbar?
  • Standards: Werden einschlägige Standards (Metadaten, LOM, SCORM) befolgt?
  • Interoperabilität: Wie wird Interoperabilität (Unabhängigkeit von verwendeter Hardware, Betriebssystemen, Netzwerktechnologie) gesichert?
  • Transfermaßnahmen: Gibt es besondere Maßnahmen/Aktivitäten (z.B. Hinweise für Anpassungen, zur Nutzung, Erfahrungen, Beispielszenarien), um die Übertragung zu befördern?

Kriterium 7: Diversität

Wie werden die nach verschiedenen Kriterien wie z.B. fachliches Interesse, Selbsteinschätzung, kultureller/ sprachlicher Hintergrund, Lernverhalten oder Lernkonstellation differenzierten Gruppen berücksichtigt und entsprechende Angebote erstellt (adressatenorientierte Adaptivität)?

  • Sprache/Kulturen: Durch welche Maßnahmen werden kulturelle Diversität und Unterschiede in der Sprache berücksichtigt?
  • Gendersensivität: Durch welche Maßnahmen wird eine Gender gerechte Gestaltung unterstützt? Wie werden in dem Projekt die Arbeits-, Lehr- und Lernweisen von Frauen und Männern und das Geschlechterverhältnis berücksichtigt?

Kriterium 8: Nachhaltigkeit

Als nachhaltig kann man ein Medienprojekt definieren, wenn aus dem Pilotprojekt reguläre Prozesse oder Strukturen wurden oder werden. Als Indizien dafür können herangezogen werden:

  • Langfristige Finanzierung: Ist eine Finanzierung der laufenden Betriebskosten und Wartungskosten gesichert?
  • Kritische Masse: Ist eine kritische Masse an Lehrenden (und Lernenden) erreicht worden - oder ist das Projekt noch im Pionierstatus, der von Einzelkämpfer/innen getragen wird?
  • Bewältigung von Fluktuation: Lebt das Projekt weiter, auch wenn die involvierten Entwickler/innen ausscheiden?
  • Nutzen: Wurden und werden Nutzeffekte gemessen und explizit kommuniziert? (didaktische, finanzielle, qualitative, ...).

Kriterium 9: Qualitätsmanagement

  • Qualitätsstandards: Werden Qualitätsstandards gesetzt?
  • Qualitätsmethoden: Welche Form/Methode der Evaluation wird verwendet oder soll in Zukunft eingesetzt werden? Werden die Interessen der Studierenden ermittelt und berücksichtigt?
  • Qualitätsentwicklung: Sind Maßnahmen der systematischen Qualitätssicherung daraufhin eingesetzt worden?
  • Qualitätssystem: Wird das Qualitätsmanagement-System laufend überprüft und überarbeitet?

   
     
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