Was verbindet John Wayne und Inspektor Columbo, Ingrid Bergman und Mr. Spock, Magnum und Humphrey Bogart? Ihre Kinofilme oder TV-Serien wurden bei der Synchronisation absichtlich und grob verf�lscht.
FAKEBASE ist ein international angelegtes Forschungsvorhaben am Institut f�r Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Univ. Wien im Bereich Film/TV/Multimedia, das diese politisch und kommerziell motivierte Verf�lschung und Manipulation von Kino- und Fernsehfilmen und verwandten Unterhaltungsmedien untersucht. W�hrend nach 1945 z.B. dem deutschen Kinopublikum jeglicher Hinweis auf ihre NS-Vergangenheit "erspart" wurde, weitete sich das Spektrum insgesamt bis in die Gegenwart um Kommunisten, Stalinisten, Terroristen, Kriegsgewinnler, -verbrecher und Kriegsindustrie, Atomindustrie, Kernwaffen, Kolonialismus, Antisemitismus, Faschismus, Sex und Vietnam. Diese Willk�r des Verleih- und Verwertungssektors mit dem ihm anvertrauten Material soll erstmals systematisch dokumentiert und untersucht werden.
Gearbeitet wird am Aufbau eines Zentrums mit europ�ischen und �bersee-Kontakten, das Recherche, Dokumentation und Analyse der historischen und aktuellen Beispiele betreibt und eine Datenbank und Videothek mit Original- und Synchronfassungen verf�lschter Produktionen unterh�lt. Systematische Publikationst�tigkeit bzw. Abrufbarkeit soll das Unternehmen als medienwissenschaftliches Referenzprojekt positionieren.
Das Vorhaben ist eine gro�e medienwissenschaftliche Herausforderung: eine schwierige Recherchesituation, strenge methodische Ma�st�be, gro�e Materialf�lle, die Komplexit�t der Medientechnik und ein umfangreiches Publikationsprogramm stellen hohe Anforderungen. Gerade deswegen halten wir es f�r geeignet, Studierenden der Film- und Medienwissenschaft eine Einf�hrung in die Praxis der Wissenschaft zu bieten. Unter vollst�ndiger Einbindung in das universit�re Curriculum nahmen seit SS 2001 schon ca. 300 Studierende an dem Projekt teil.
Operativer Kern ist die Online-Multimedia-Arbeitsumgebung "FakeBase". Sie wird vollumf�nglich �ber Internet betrieben und strukturiert und verbindet die wissenschaftliche und die didaktische Komponente des Projekts. Studierende lernen, konkrete Aufgaben durch Eigeninitiative, jederzeit abrufbare Online-Unterst�tzung (Programm und Betreuer) und produktive Sozialisation in kleinen Arbeitsgruppen und innerhalb der Projekt-Arbeitsgemeinschaft zu bew�ltigen. Ein Content Management als Schl�sselbereich des Systems kontrolliert den Datenfluss zwischen wissenschaftlicher und didaktischer Ebene und insgesamt die Qualit�t des In- und Outputs im System. Ein innovatives Unternehmen, das Forschung und Lehre in aufregender Weise verbindet!
|