Hessische/ Niedersächsische
Allgemeine
10. Juli 2002
Preis für innovative Projekte an Hochschulen
Expertengremium bestimmte zehn Finalisten
Kassel. Zum dritten Mal wird er in diesem Jahr vergeben, "Medida-Prix",
der vom Bildungsministerium ausgeschriebene und zugleich höchstdotierte
Medienpreis Europas. 100 000 Euro wird der Gewinner - also das beste Projekt
im Bereich e-learning an Hochschulen - bekommen, wenn die Entscheidung
gefallen ist.
Zunächst haben sich 20 Gutachter aus Deutschland, Österreich
und der Schweiz vergangene Woche in Kassel getroffen, um aus 167 mediendidaktischen
Projekten zehn Finalisten zu bestimmen. Aus dieser engeren Auswahl soll
im September in der Schweiz der Gewinner hervorgehen. Beteiligt haben
sich am Wettbewerb auch drei Kasseler Projekte, von denen jedoch keines
das Finale erreichte.
Die Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft, eine Fachgesellschaft
für Fragen des Medieneinsatzes an Hochschulen, organisiert das hochdotierte
Preisausschreiben.
Die meisten der E-learning-Projekte arbeiten mit dem Internet, auch mit
CD-Roms, wenige mit Videos.
"Viele Preise werden im Bereich e-learning vergeben, doch unserer
unterscheidet sich davon", sagt Christoph Brake, der Geschäftsführer
der Octamedia GmbH. So werden mit dem Medida-Prix ausschließlich
solche Projekte angesprochen, die neben hervorragender Aufbereitung auch
den Keim einer Strukturreform an den Hochschulen in sich tragen. Die also
mit ihrem Einsatz für sinnvolle Innovationen an den Hochschulen sorgen
und sich somit durchsetzen. Nur durch eine Veränderung im Bereich
der Lehre an den Hochschulen, so Brake, sei dort ein sinnvoller Einsatz
von e-learning möglich. Viele Projekte würden leider versanden,
wenn die finanzielle Förderung ende, weil die nötigen rechtlichen
oder organisatorischen Rahmenbedingungen nicht gegeben seien.
So gewann im Jahr 2000 zum Beispiel das Projekt den Preis, welches die
Theorie gelungen mit der Praxis verband: Im Projekt befasste sich ein
Professor mit Qualitätsmanagement und baute die behandelten Punkte
gleich in seine eigene Vorlesung ein. Brake: "Das war eine Innovation
im Bereich der Lehre mit eigenen Mitteln."
Ein Jahr darauf gewann eine Studentengruppe der Universität Wuppertal,
die - ohne äußere Zuschüsse - in einem Matheprisma komplizierte
mathematische Sachverhalte vereinfacht darstellte.
Dieses Projekt, so Brake, habe sich an der Universität richtig etabliert.
Und dies sei der Sinn des Preises. (PLR)
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