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20. September 2002

Weg zur Multimedia-Schule

DREITGETEILT/ Im Rahmen der Europäischen Fachtagung der „Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft“ an der Universität Basel wurde der mit 100 000 Euro dotierte „Medida-Prix“ verliehen.

BASEL. An der Universität Basel wurde die Europäische Fachtagung der „Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft“ (GMW) durchgeführt. Als Höhepunkte der dreitägigen Veranstaltung wurde in der Barfüsserkirche der mediendidaktische Hochschulpreis „Medida-Prix“ verliehen. Von den 167 eingereichten Projekten hatten es acht in den Final geschafft.

„Die elektronischen Medien bieten ganz neue Möglichkeiten für selbständiges Lernen“, zeigte sich Gerhard Schuwey, Direktor des schweizerischen Bundesamtes für Bildung und Wissenschaft, an der Preisverleihung überzeugt. Insbesondere würden die elektronischen Medien auch die Umstrukturierung der Lehre auf Hochschulebene unterstützen. Die dabei angestrebte Modularisierung des Lehrangebotes sei eine „länder-übergreifende Herausforderung“, meinte Schuwey, und hob lobend die Universität Basel hervor, welche diese Erneuerung konsequent vorantreibe.

Gleich drei Projekte wurden ausgezeichnet Als durchwegs „hochwertige Produkte“ würdigte Paul Burger von der Koordinationsstelle Mensch-Gesellschaft-Umwelt (MGU) die Projekte der Finalisten. „Mediengerecht und prozessorientiert“ sollten sie sein, so der Sprecher der zehnköpfigen Jury. Da dies auf mehrere Projekte zutraf, hatte man den mit 100 000 Euro dotierten Preis auf drei Gewinner verteilt.

Der „Medida-Förderpreis“ mit 50 000 Euro wurde dem Projekt „Ad fontes“ der Uni Zürich zugesprochen. Dieses ermöglicht einen virtuellen und somit quellenschonenden Archiv-Zugang und wurde primär für Geschichtsstudierende konzipiert. Gedacht sei das praktisch ausgerichtete Tool als „Begleit-Instrument zum Unterricht“, erklärte Projektleiter Professor Roger Sablonier. Die andere Hälfte des Preises ging zu gleichen Teilen an die Projekte „Campus-Pädiatrie“ von der Uniklinik Heidelberg und dem „Casus-Lernsystem“ der Uniklinik München.

„Campus-Pädiatrie“ bietet eine „virtuelle Kinderklinik“ erklärte Projektleiter Burkhard Tönshoff. Sinn mache ein solches E-Learning-Tool gerade auch im Bereich Medizin, da unter anderem die Chefärzte zu beschäftigt oder didaktisch ungenügend seien, meinen sowohl Tönshoff als auch Martin Fischer vom Projekt „Casus“. Laut Gudrun Bachmann vom Ressort Lehre der Uni Basel werde das „Casus-Lernsystem“ bald an der hiesigen medizinischen Fakultät eingesetzt. Der von der Novartis gestiftete Publikumspreis einer Bildungsreise im Wert von 10 000 Franken ging an die „Virtuellen Labore“ von der Universität Oldenburg.

Didaktischer Ansatz steht im Vordergrund Der jährlich vergebene mediendidaktische Hochschulpreis „Medida-Prix“ versteht sich als „Förderungsinstrument“ für die Einführung einer qualitativ hohen, mediengestützten Lehre, erklärt der wissenschaftliche Leiter Christoph Brake aus Kassel.

Dabei sollen weniger die technischen als vielmehr die didaktischen Innovationen im Vordergrund stehen. Initiiert wurde der länder-übergreifende Preis von der „Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft GMW“. Der mit 100 000 Euro dotierte Preis wird finanziert vom schweizerischen Bundesamt für Bildung und Forschung und vom deutschen und dem österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Auf die neuerliche Ausschreibung im Dezember erwartet Brake eine „neue Flut von Projekten“.

Am diesjährigen Tagungsort Basel wurde der Medida-Preis bereits zum dritten Mal vergeben. Die Gewinner wollen das Preisgeld für die konsequente Weiterentwicklung und Anwendung ihrer Projekte verwenden. Weitere Informationen zum Preis und Links zu den acht Finalprojekten finden sich im Internet auf der Homepage www.medidaprix.org.

Birgit Günter

       
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